Coronavirus SARS-CoV-2

Grafik: Aufbau des SARS-CoV-2.

Viren

Coronavirus SARS-CoV-2

Von Susanne Decker

Winzig klein - etwa einen einhunderttausendstel Zentimeter - ist dieser außerirdisch anmutende Lipidmembran-Ball mit seinen markanten "Spikes". Seine globale Auswirkung dagegen ist immens und kann für Infizierte im schlimmsten Fall tödlich sein. Das Coronavirus SARS-CoV-2 löst die schwere Lungenkrankheit COVID-19 aus und hält momentan die ganze Welt in Schach.

Lipidhülle mit Spike-Proteinen

Grafik: Ein Spike-Protein des  SARS-CoV-2 dockt an einen Rezeptor der Wirtszelle an.

Ein Spike-Protein des SARS-CoV-2 dockt an einen Rezeptor der Wirtszelle an

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein so genanntes RNA Virus. RNA ist die Abkürzung für "ribonucleicacid“ (zu deutsch: Ribonucleinsäure, abgekürzt RNS). Die RNA ist ein Biomolekül, das Erbinformationen - den genetischen Code - speichert. Dieser Code kann von Enzymen abgelesen und in Proteine "übersetzt" werden, aus denen dann neue Viren zusammengebaut werden können. Dazu ist das SARS-CoV-2 Virus alleine aber nicht fähig. Es besteht nämlich nur aus RNA und einer Lipidhülle mit Membranproteinen. Zu diesen gehören die markanten Spike-Proteine, die an spezielle Rezeptoren der menschlichen Wirtszelle andocken können. Um sich vervielfältigen zu können, braucht SARS-CoV-2 die Hilfe einer lebendigen Zelle, die im Gegensatz zum Virus über Zellorganellen verfügt und Stoffwechsel betreiben kann.

Lizenz zum Einschleusen

Grafik: Virus-RNA wird in die Wirtszelle eingeschleust

Virus-RNA wird in die Wirtszelle eingeschleust

Nach dem Andocken eines Spike-Proteins an den passenden Zellrezeptor der Wirtszelle bekommt das Virus von der Zelle die "Erlaubnis" einzudringen. So kann es seine RNA und damit die Bauanleitung für neue virale Proteine in das Innere der Wirtszelle entlassen.

Grafik: Massenproduktion neuer Viren in einer befallenen menschlichen Wirtszelle.

Massenproduktion neuer Viren in einer befallenen menschlichen Wirtszelle

Die Wirtszelle beginnt jetzt, statt mit der Produktion eigener Zellproteine, mit der Massenproduktion neuer Virenbestandteile. Die frisch zusammengebauten Viren werden schließlich freigesetzt und befallen weitere Zellen. Die Lungenkrankheit COVID-19 nimmt ihren Lauf. Nach einigen Tagen sind Millionen von Zellen infiziert.

Achtung – ansteckend!

SARS-CoV-2 wird vor allem über Tröpfcheninfektion verbreitet. Die Viren nehmen dabei feinste Speicheltröpfchen, die beim Husten, Niesen oder auch schon beim Sprechen in die Luft gelangen, als Transportmittel. So können sie in die Atemwege anderer Menschen gelangen. Wer einem Infizierten zu nahe kommt, kann also angesteckt werden. Viren können auch auf Gegenständen eine Zeit lang überleben. So kann man sich eventuell auch über Berührung kontaminierter Oberflächen anstecken, wenn man sich danach an Mund, Nase oder Augen fasst. Deshalb ist regelmäßiges und gründliches Händewaschen so wichtig, am besten mindestens 20 bis 30 Sekunden lang.

Person wäscht sich die Hände an einem Waschbecken.

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen kann vor einer Infektion schützen

Stand: 03.04.2020, 11:00

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